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'Die Integration der Arbeiter und Handwerker'
 
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Die Integration der Arbeiter und Handwerker

Den höchsten Anteil der Mischehen wird von der Gruppe der Arbeiter und Handwerker gestellt. Sie machen 58% der Gesamtzahl aus. Es sind auch diese beruflichen Gruppen, denen die Integration am besten gelingt. Die Gruppe ist vergleichsweise heterogen. Man findet darin Tagelöhner, die gelegentlich in der Landwirtschaft oder auf einer Baustelle arbeiten, unqualifizierte Arbeiter, Fabrikarbeiter, und schlieblich alle Handwerker des Baugewerbes. Viele unter ihnen zog es nach Strabburg, wo nach der Zerstörung des alten Stadtwalls grobe Baumaßnahmen begonnen wurden: Wiederaufbau der durch die Bombenangriffe von 1870 beschädigten Wohngebiete, Beginn der Bauarbeiten an den Stadttoren u.a.

Abbildung 17:

Herkunft der deutschen Ehemänner in Straßburg : die Arbeiter

 

 

 

 

 

Quelle: Ueberfill, 2001

Die ersten Annäherungen erfolgten in der äuberst harten Welt des Baugewerbes, wo die Arbeitsbedingungen besonders anstrengend waren, wo die Arbeit während der strengen Winterkälte unterbrochen werden musste und wo die Arbeiter auf das Wohlwollen der machtvollen Unternehmer angewiesen waren. Die nationalen Feindschaften waren in der Arbeiterklasse gewiss so stark wie im Bürgertum, schienen aber nicht so lange anzudauern. Die Arbeiter, die die gleiche Lebensweise hatten, die gleichen Stellen einnahmen, den gleichen mühsamen Anforderungen unterlagen, die gleichen Nötigungen von den Arbeitgebern erlitten, wurden in ihrer Arbeitswelt dazu veranlasst, näher zusammenzurücken. Aus den harten, entbehrungsreichen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen ging zu allererst die Annäherung zwischen den Arbeitern unterschiedlicher nationaler Herkunft hervor. Mischehen waren eine fast logische Folge.

Der hohe Anteil der Eisenbahnarbeiter, die statistisch gesondert von den Angestellten betrachtet werden, ist auf die Gründung einer groben Reparaturwerkstatt in Bischheim im Jahre 1875 zurückzuführen, in der fast eintausend Arbeiter beschäftigt waren. Auch in diesem Sektor begünstigen die Lebensbedingungen eine Annäherung. Unter den Lederarbeitern und Handwerkern registriert man eine grobe Anzahl von Schuhmachern. In der Volkszählung von 1882 waren es rund 750, die in den Werkstätten oder kleinen Lederfabriken arbeiteten.

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