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'Aventis: der deutsch-französische Pharmagigant'
 
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Aventis: der deutsch-französische Pharmagigant

Die Fusion von Hoechst und Rhône-Poulenc zu Aventis [1]  (s. auch Beitrag Kappes/Trucchi [2] ) erklärt sich aus dem Fehlen eines nationalen Partners angesichts der Fusion von Ciba und Sandoz zu Novartis [3] . Die Zusammenlegung steht jedoch auf Grund wettbewerbsrechtlicher Hürden (Auflagen aus Brüssel) sowie aus unternehmensstrategischer Sicht unter schwierigen Vorzeichen: Am ersten Tag ihrer Börsennotierung in Paris, Frankfurt und New York am 20. Dezember 1999 verlor die Aventis-Aktie 2,1 Prozent, da die Aufrechterhaltung von zwei Geschäftszweigen (Pharma und Agrochemie) im Zeitalter der Kernaktivitäten von den Märkten mit Skepsis betrachtet wurde: Die oft zitierten und evident erscheinenden Synergien zwischen Pharma und Agrochemie und die damit verbundene legitime Strategie der Fusion zum "Life Science"-Konzern halten - so die Auffassung vieler Beobachter - einer genauen Analyse der Realität nicht stand. Hinzu kommt eine grundsätzliche Skepsis gegenüber dem Pharma-Sektor als saturiertem Markt, in dem Fusionen als defensiv (zum Beispiel als Antwort auf auslaufende Patente) und nicht als Quelle neuen Wachstums angesehen werden. Der Agro-Bereich leidet zudem unter geringer Profitabilität sowie dem Image-Problem von Produkten auf Gen-manipulierter Basis. 

Abbildung 7:

Die Fusion von Hoechst und Rhône-Poulenc hat zu Beginn durchaus nicht den erhofften Synergieeffekt gehabt, was gelegentlich schon in ironisierenden Karikaturen festgehalten wurde.

 

Internet-Quelle [4]

Das Unternehmen, dessen "strategisch-symbolisches Herz" (mit nur 180 Mitarbeitern, aber den Abteilungen Generaldirektion, Finanzen, Kommunikation und Personal) in Schiltigheim bei Straßburg am 8. Februar 2000 eingeweiht wurde, wird 93000 Mitarbeiter beschäftigen und in 150 Ländern präsent sein. Die Zentrale des Pharma-Bereiches (70 Prozent des Umsatzes und 65000 Mitarbeiter) verbleibt in Frankfurt, jene der Agrochemie (25000 Beschäftigte) in Lyon. Die Verlegung nach Straßburg hatte insbesondere bei den 200 Mitarbeitern des Pariser Sitzes von Rhône-Poulenc zu Missstimmung geführt.

Die Ergebnisse des Jahres 1999 lagen leicht unter den Erwartungen mit einer Umsatzsteigerung von 4,2 Prozent auf 18,4 Milliarden Euro. Aventis Pharma schloss mit 13,9 Milliarden Euro (+6,9 Prozent), Aventis Agro mit 4,6 Milliarden Euro (-3,4 Prozent). Die hohen Integrationskosten von 15 Milliarden Francs (auf zwei Jahre) dürften sich aber insgesamt negativ auf die ohnehin bereits beachtliche Schuldenlast von 82 Milliarden Francs (100 Prozent des Kapitals) auswirken. (Zahlen für 2003 [5] )