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Vorüberlegung

Die Kooperation zwischen deutschen und französischen Unternehmen hat in den letzten Jahren eine neue Gestalt angenommen: Waren in der Vergangenheit zahlreiche Projekte politisch motiviert und unterstützt, steht die heutige Zusammenarbeit ausschließlich im Kontext unternehmenspolitischer Interessen. Die sich so fortsetzende "Privatisierung des deutsch-französischen Verhältnisses" entgleitet mehr und mehr den politischen Entscheidungsträgern, die im Erfolgsfall höchstens die Rolle von Statisten auf dem industriellen Gruppenfoto übernehmen dürfen. Doch wird die Konjunktur dieser neuen wirtschaftlichen Kooperation (vor allem von den Medien) noch immer als Messlatte für die deutsch-französischen Beziehungen insgesamt gesehen: die Spannungen zwischen der Deutschen Telekom [1] und France Télécom [2] sowie die Verhandlungen [3] der DASA mit British Aerospace haben 1998/1999 die Debatten um die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen geprägt und die These vom "moteur en panne" auch im Unternehmensbereich untermauert.

Heute zeigt sich dagegen ein positiveres Bild, vor allem angesichts der Fusionen zwischen Rhône-Poulenc und Hoechst (zu Aventis [4] ), zwischen DASA und AerospatialeMatra (zur EADS [5] ) sowie zwischen Siemens und Framatome (im Nuklearbereich): Globalisierung und "neue Ökonomie" verändern den Kapitalismus links und rechts des Rheins und erscheinen als Katalysatoren neuer deutsch-französischer Unternehmenszusammenarbeit.