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Fazit

Angesichts einer Metropole wie Paris, deren Stadtumbau in den letzten Jahrzehnten vor allem durch die Verwirklichung von Großprojekten internationalen Ranges geprägt war, stellt sich die Frage nach dem Umgang mit der historischen Bausubstanz abseits der repräsentativen Prachtbauten, den angewandten Methoden und den sozialen Folgen.
Von den Verfallserscheinungen - bauliche Mängel, schlechter Wohnkomfort, Niedergang des Einzelhandels, ethnische Segregation etc. - sind hauptsächlich die Arbeitermiethausviertel aus der Mitte des 19. Jh. betroffen. Sie sind mittlerweile nicht nur Zuflucht für untere Gesellschaftsschichten auf der Suche nach billigem Wohnraum, sondern befinden sich seit mehr als zwei Jahrzehnten auch im Blickfeld der Politik, die mit den Maßnahmen zur Wohnraumverbesserung und Stadterneuerung auch die Gelegenheit nützt, bestimmte Bevölkerungsgruppen aus der Innenstadt zu verdrängen.
Die Konsequenzen der seit Haussmann praktizierten Abbruchsanierung ist nicht nur der Verlust historischer Bauten und Pariser Viertelsidentität, sondern auch die soziale Transformation.
Obwohl nach der Reform der Gesetzgebung zur Stadterneuerung Mitte der 1970er Jahre den Mietern mehr Möglichkeiten zur Eigeninitiative und Mitbestimmung bei Stadterneuerungsmaßnahmen in ihren Wohnvierteln eingeräumt werden, existiert bis heute keine Strategie, die die historische Bausubstanz außerhalb der Denkmalschutzzonen vor dem Abbruch schützt. "Sanfte Stadterneuerung" unter Beibehaltung der alten Parzellen- und Baustruktur wird in Paris kaum praktiziert. Eine der Hauptursachen liegt in der Tatsache, dass Stadterneuerung zum größten Teil halbprivaten und privaten Firmen [1] überlassen wird und die Stadt selbst über ihre Firmenanteile nur in der Standortfrage Einfluss nimmt. Zwar werden die Chancen der Immobilienchancen auf der Suche nach geeigneten Objekten immer geringer, doch ist es nur mehr eine Frage der Zeit, bis die wenigen heute noch unattraktiven Ausländerviertel gentrifiziert sein werden.