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'Der saarländisch-lothringischen Grenzraum: eine Automobilregion mit gemeinsamen Produktionssystemen und grenzüberschreitenden Unternehmenskulturen?'
 
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Der saarländisch-lothringischen Grenzraum: eine Automobilregion mit gemeinsamen Produktionssystemen und grenzüberschreitenden Unternehmenskulturen?

Die Ähnlichkeit der Wirtschaftsstruktur und der damit verbundenen Probleme im Saarland und in Lothringen hatte in beiden Regionen einen teilweise ähnlichen Transformationsprozess zur Folge, in dem die Automobil- und Automobilzulieferindustrie eine bis heute besondere Rolle spielt. Während in anderen Sektoren, wie dem Bergbau oder der Eisen- und Stahlindustrie traditionell enge grenzüberschreitende Verflechtungen bestanden haben, sind die Produktionssysteme der beiden untersuchten Automobilmontagestandorte kaum miteinander verbunden. Vielmehr sind diese eingebunden in überregionale Netzwerke (vgl. Bathelt und Gückler 2000). Wir können daher kaum von der Existenz wirklich regionaler Produktionssysteme geschweige denn von auf regionaler Ebene grenzüberschreitenden Systemen sprechen.

Während die grenzüberschreitenden Beziehungen zwischen den Produktionsstandorten schwach ausgeprägt sind, scheinen diese auf dem Arbeitsmarkt intensiver zu sein. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die kulturellen und interkulturellen Beziehungen am Arbeitsplatz stärker geprägt werden durch die Kultur des jeweiligen Konzerns als durch die z.T. hohe Zahl von regionalen Grenzpendlern. Regionale, grenzüberschreitende Korporationen, wie der Interregionale Gewerkschaftsrat, welche v.a. aus übergeordneten politischen Gründen in den vergangenen Jahren in der Grenzregion eingerichtet worden waren, haben für die Betroffenen im Alltag kaum eine, allenfalls eine symbolische Bedeutung.

Zusammenfassend können wir in der Automobil- und Automobilzulieferindustrie des saarländisch-lothringischen Grenzraumes Elemente unterschiedlicher Produktionssysteme identifizieren, die zwar grenzüberschreitend organisiert sind, dies jedoch auf einem überregionalen Niveau. Genauso wenig erkennen lassen sich grenzübergreifende Unternehmens- und Arbeitskulturen und Kulturbeziehungen auf regionaler Ebene. Die Bezeichnung Automobilregion für das Saarland und für Lothringen und in noch stärkeren Maße für den saarländisch-lothringischen Grenzraum als Ganzen muss daher in Frage gestellt werden.

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