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'Die ersten Annäherungen zwischen den beiden Gesellschaften: 1871-1890'
 
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Die ersten Annäherungen zwischen den beiden Gesellschaften: 1871-1890

Es war für einen Deutschen, der sich in Straßburg niedergelassen hatte, nicht leicht, sich in der Stadt und der elsässischen Gesellschaft zu integrieren. Zumindest in den ersten Jahren des Reichslands war die Ablehnung sehr groß. Ein erster Schritt der Integration erfolgte meistens im Rahmen der Arbeitswelt. Die Untersuchung der Heiratsregister erlaubt es jedoch nicht, diesen Vorgang zu erfassen. Eine weitere Integrationsform erfolgte durch das Wohnen, wobei es sehr schwer war, eine anständige Wohnung in einer Stadt zu finden, wo die preubischen Bomben im Juli und August 1871 riesige Schäden hinterlassen hatten. Eine Art höherer Integration gelang lediglich jenen, die durch die Ehe zu einer elsässischen Familie Zugang erhielten. Jedoch war dies der schwierigste Weg, denn viele Einwanderer wurden wegen ihrer Staatsangehörigkeit oder der Ämter, die sie vertraten, abgelehnt.

Einigen gelang dieser Schritt gleichwohl: mit dem Ergebnis zahlreicher «exogamer» Ehen, die ein Hauptmerkmal der gesellschaftlichen Geschichte des Reichslands darstellen. Schon ein flüchtiger Blick auf die Heiratsurkunden jener Zeit macht aber deutlich, dass man nicht in allen Berufen die gleichen Chancen hatte, auf diese Weise in die Strabburger Gesellschaft einzudringen.

Nur selten erfolgte diese Integration ohne Schwierigkeit, da die strengen Ressentiments der elsässischen Gesellschaft dies verhinderten. Durch eine systematische Untersuchung der beruflichen Zugehörigkeit der deutschen Ehemänner, die ja zu zwei Dritteln in den Mischehen vertreten sind, kann man ermessen, in welch eingeschränktem Maße die elsässische Gesellschaft den "Altdeutschen" zugänglich war.

Ehen zwischen Deutschen und Elsässern nach nationaler Herkunft der Eheleute (1871-1880)

  Zahl der Mischehen % Deutsche Ehemänner % Preussische Ehemänner %
1871 84 11,0 30 36,0 0 0
1872 165 15,5 97 58,8 33 34,0
1873 126 13,4 83 66,0 33 39,7
1874 159 18,0 104 65,4 40 38,5
1875 179 21,4 133 74,3 27 20,3
1876 139 18,5 100 72,0 37 37,0
1877 155 20,6 129 83,2 34 26,3
1878 146 19,3 114 78,0 30 24,6
1879 156 22,7 112 71,8 28 25,0
1880 158 20,6 125 79,0 37 29,6


(Quelle : Heiratsregister der Stadt Straßburg 1871-1880)

Abbildung 16:

Heiratsurkunde von Carl Peter Stiefel, Steinmetz aus Württemberg, und Marie Catherine Korn, ausgestellt am 7. Februar 1885

 

 

 

 

 

Quelle: Stadtarchiv Straßburg

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